Das grausame Regime von Pol Pot

Wenn man in Kambodscha unterwegs ist fragt man sich zwangsläufig wo sind hier eigentlich die alten Menschen und wo kommen die ganzen jungen Menschen her die hier überall auf den Strassen unterwegs sind, in den Geschäften und Banken bedienen und auf den Märkten ihre Waren feilbieten. Nach meiner Schätzung sind ca. 70 – 80% der Leute hier zwichen 1 und 30 Jahre alt. Ich komme mir manchmal mit meinen 40 Lenzen wie ein alter Mann vor. Die Ursache dafür ist allerdings weniger erfreulich und hat mit der jüngsten Geschichte des Landes zu tun. Ich kann mich noch schwach daran erinnern, das ich als Kind ab und zu die Schreckensmeldungen über das Fernsehen aus dem damaligen Kambodscha mitbekommen habe. Die Roten Khmer haben ein wildes Gemetzel veranstaltet, wer ganz genaues über diese üblen Gesellen wissen will liest bitte hier nach. Hauptiniator war ein wahnsinniger, kommunistischer Diktator namens Pol Pot der ein grausames und blutiges Regime geführt hat. Er war der Sohn eines Bauern und später Lehrer an einer Privatschule in Phnom Penh. Als er in die Politk ging , war seine Plan aus Kambodscha ein kommunistischen Einheitsstaat zu machen. Auch im Nachbarland Vietnam vertrieben zu dieser Zeit gerade die ebenfalls kommunistischen Vietcong die amerikanischen Invasoren aus dem Land. In Kambodscha kam keine fremde Macht um den kommunistischen Wahnsinn von Mr. Pol Pot zu stoppen und die französischen Kolonialherren waren bereits vor all dem abgereist.

Nach dem Motto ein dummes Volk ist leichter zu regieren, fing Pol Pot an die gesammte Intelligenz des Landes grausam auszurotten. Lehrer, Professoren, Ärzte, Akademiker jeglicher Richtung und Menschen die Vermögen hatten sowiso standen auf seiner Abschlussliste. Der Rest der Bevölkerung wurde in unmenschlichen Zwangsarbeitseinsätzen dahingerafft. Und ob das nicht schon übel genug war, entbrannte auch noch ein blutiger Bürgerkrieg im Land. Ich bin kein Historiker und möchte euch auch mit all den Jahreszahlen und detaillierten Hintergrundinformationen nicht langweilen, wenn ihr mehr über diese schreckliche Zeit lesen möchtet klickt einfach auf die Links die ich hier überall in den Text eingefügt habe (Wikipedia weiss alles!). Zurück zum Thema, so kam es nun das innerhalb der Jahre wärend das Pol Pot Regime regierte Millionen von Menschen gefoltert und umgebracht wurden, darunter auch etliche Ausländer die damals hier zu tun hatten oder hier lebten. Es gibt noch zwei sehr interessante Gedenkstätten dieser schlimmen Zeit. Das eine sind die „Killing Fields“ (es gibt einen Film zu diesen Thema mit dem selben Namen, Nick Nolte spielt die Hauptrolle) und das kambodschanische Todesgefängnis „S 21″ das man heute besichtigen kann wie in Deutschland die ehemaligen Konzentrationslager (und da dachten man immer die deutschen KZ Aufseher waren gut im Foltern, weit gefehlt). Auf Grund dieser damaligen Säuberungsaktionen ist eine komplette Generation nahezu ausgelöscht worden was dem Land bis heute unvorstellbaren Schaden zugefügt hat. Man hat prognostiziert, das Kambodscha noch weitere 40 Jahre brauchen wird ehe es wieder auf dem gleichen geistigen und wirtschaftlichen Niveau ist wie zum Beispiel Nachbarland Thailand, das ja niemals irgendwelche Probleme dieser Art hatte. Man muss sich vorstellen, das die wenigen überlebenden Bauern hier praktisch wieder von Null angefangen haben und eins ist klar ohne Investitionen aus dem Ausland läuft gar nichts.

Kurios ist, das noch immer Untersuchungen des internationalen Kriegsverbrechertribunals zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausstehen und das nach über 30 Jahren.

So, wie schon mal erwähnt ich bin kein Historiker und habe mich auch nicht intensiv mit dem kommunistischen Regime des Pol Pot befasst, hoffe aber den Kern der Sache in dieser kurzen Ausführung deutlich dargestellt zu haben. Wenn jemand irgendwelche geschichtlichen Fehler findet dann bitte schreibt mir hier einen kurzen Kommentar und ich werde es korrigieren.

3 Kommentare

  1. Sabrina sagte,

    April 12, 2008 um 1:07

    ich finde es sehr spaend und auch gut das jemand sowas macht denn eine lehrerin war da in urlaub und wir machen jetzt ein projekt darüber wegen der schle da ich das tehma so interresant finde

  2. julia sagte,

    Januar 5, 2009 um 11:08

    hi
    ich schreibe gerade eine hausarbeit zu dem thema rote khmer und pol pot, finde es interessant einen *wirklich* aktuellen augenzeugenbericht zu lesen
    es erstaunt mich sehr dass die meisten deutshen meiner generation (20 +- 5jahre) nicht mal den hauch einer ahnung haben was da für eine tragödie passiert ist… ähnilich ist das mit dem thema genozig in armenien…
    hoffe einigen menschen etwas wissenswertes mit auf den weg zu geben :)

    danke fürs reinstellen und verlinken

  3. bärbel sagte,

    Oktober 23, 2009 um 4:01

    ich lese gerade ein Buch von Kim Echlin „Der verlorene Liebhaber“ und bin so auf das Thema gestoßen. Eine Kanadierin verliebt sich in Montreal in einen jungen Mann aus Kambodscha. Er kehrt zurück in sein Land, um seine Familie zu finden. Er hatte im letzten Augenblick vor dem Bürgerkrieg das Land verlassen. Sie folgt ihm 10 Jahre später und noch immer herrscht Chaos und Anarchie. Die Autorin schreibt sehr eindrucksvoll über die schrecklichen Zeiten und die Folgen des Pol Pots Regimes …


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